Der Retter in der Nebelklamm

Der Retter in der Nebelklamm

Im
Königreich Valanor, wo nebelverhangene Täler und gewaltige Berge uralte Geheimnisse verbargen, zog eine Karawane durch gefährliches Land. Dreißig Ochsenkarren, jeder beladen mit Schätzen aus den fernen, sonnendurchfluteten Ländern des Südens, bewegten sich langsam in Richtung des geheimnisvollen Tals des Nebels. Die Fracht war von unschätzbarem Wert – goldene Götzen, seltene Edelsteine und verzauberte Relikte. Doch trotz des unermesslichen Reichtums wurde die Karawane nur von einem einzigen Wächter beschützt.
Die Karavane aus dem Süden.
Dieser einsame Beschützer war kein gewöhnlicher Krieger, sondern ein wilder und zurückgezogener Elf, bekannt nur als „Der Wanderer.“ Er war ein Meisterbogenschütze, dessen Pfeile ihre Ziele mit tödlicher Präzision trafen. Er zog es vor allein zu reisen, fernab von den neugierigen Blicken der Gesellschaft, doch sein Ruf hatte ihm einen Platz im Schutz der Karawane verschafft.
Der Einsame Wanderer und Freddy Freudenreich
Mit ihm reiste auch Freddy Freudenreich, ein berühmter Barde. Mit seinen fröhlichen Liedern und legendären Geschichten hatte Freddy schon Adelige, Bauern und Soldaten gleichermaßen unterhalten. Er war überall beliebt, doch nur wenige wussten, dass er ein verborgenes Talent besaß, das weit über die Saiten seiner Laute hinausging.
Die Nebelklamm.
Die Karawane zog durch eine enge Schlucht, deren steile Felswände sich über zweihundert Meter hoch auf beiden Seiten erhoben, als sie auf etwas Unerwartetes stießen – einen Mann, verletzt und bewusstlos, mitten auf dem Pfad. Ein schwarzer, vergifteter Pfeil steckte in seiner Seite.

„Helft ihm!“ rief einer der Händler, und die Gruppe eilte zu dem verletzten Mann. Sie waren gerade dabei, seine Wunden zu versorgen, als ein fernes Geräusch durch die Schlucht hallte – Trommeln. Kriegstrommeln.

Plötzlich wurde die Luft von den schrillen Schreien von Goblins durchbohrt. Aus den Schatten brach eine riesige Horde hervor – Hunderte von Goblin-Kriegern, ihre Augen funkelten bösartig, reitend auf knurrenden Riesenwölfen. Am Ende der Horde stapften zwei gewaltige Steintrolle, ihre massiven Körper ließen den Boden bei jedem Schritt erbeben. Hoch oben, auf den Klippen, begannen Goblin-Schamanen, düstere Zauber zu wirken, ihre Hände glühten vor dunkler Magie.

Die Nebelklamm.
Der Wanderer spannte seinen Bogen, doch selbst er, so erfahren wie er war, schien von der schieren Überzahl überwältigt. Die Goblins waren auf die Schätze der Karawane aus, gierig und rücksichtslos.

Da trat Freddy Freudenreich, der sonst so unbeschwerte Barde, nach vorn. Er warf seinen Reisemantel ab und enthüllte einen langen, kunstvoll gearbeiteten Bogen, den er auf dem Rücken getragen hatte. Seine Augen verengten sich in konzentrierter Entschlossenheit.

„Es wird wohl Zeit, dass ich zeige, was ich wirklich kann,“ murmelte er, und sein sonst humorvoller Ton war nun ernst.

Mit einer flinken Bewegung legte er einen Pfeil auf die Sehne, zog den Bogen zurück und ließ los. Der Pfeil flog mit solcher Geschwindigkeit, dass er in der Luft zu verschwimmen schien. Er traf sein Ziel sofort – direkt ins Auge des Goblin-Anführers, der augenblicklich tot zu Boden sank. Die Horde hielt inne, schockiert vom plötzlichen Tod ihres Anführers.

Freddy bekämpft die Goblin-Armee.
Aber Freddy hörte nicht auf. Zwei weitere Pfeile flogen in rascher Folge durch die Luft und trafen die Steintrolle direkt ins Herz. Die massiven Kreaturen taumelten und stürzten zu Boden, wobei sie die darunter stehenden Goblins zermalmten.

Mit den Trollen besiegt, wandte Freddy sich den verbleibenden Goblins und Wölfen zu. Seine Pfeile regneten wie ein Sturm auf die Feinde nieder, jeder Schuss traf tödlich. Egal, wie schnell die Goblins angriffen oder wie wild die Wölfe knurrten, Freddys Pfeile fanden stets ihr Ziel. Seine Hände bewegten sich so schnell, dass es schien, als führe er nicht einen Bogen, sondern viele.

Freddy und der Einsame Wanderer entfachen einen Sturm aus Pfeilen.
Die Schlacht tobte weiter, die Trommeln wurden lauter und die Magie der Schamanen knisterte durch die Luft. Doch Freddy kämpfte unermüdlich weiter, seine Pfeile verfehlten nie, sein Wille war unerschütterlich. An seiner Seite feuerte auch der Wanderer seine Pfeile mit Präzision ab, doch selbst er schien von Freddys Können beeindruckt.

Schließlich, als der letzte Goblin fiel und die Kriegstrommeln verstummten, war die Schlucht mit den Leichen der Angreifer übersät. Freddy ließ seinen Bogen sinken, atmete schwer, aber er war unverletzt. Entgegen aller Erwartungen hatte die Karawane überlebt.

Nicht ein einziges Mitglied der Karawane war getötet worden, und kein einziger Schatz war verloren. Die Händler blickten Freddy mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Dankbarkeit an.

Die Karavane feiert Freddys Sieg über die Goblins.
„Das… war unglaublich,“ flüsterte einer von ihnen.

Freddy, immer der bescheidene Barde, zuckte nur mit den Schultern und grinste. „Nur eine weitere Geschichte für die Lieder, schätze ich.“

Doch der Wanderer, der einsame Elf, der die Welt bereist und viele große Krieger gesehen hatte, kannte die Wahrheit. Freddy Freudenreich war kein gewöhnlicher Barde. Er war eine Legende, ein Held in Verkleidung, und an diesem Tag würde sein Name für immer in die Annalen der Geschichte eingraviert werden.

Die Karavanen zog weiter nach Valengard, der alten Hauptstadt von Valanor.

Die Karavane feiert Freddys Sieg über die Goblins.
Das Tal des Nebels aber würde niemals den Tag vergessen, an dem die wilde Goblin-Armee von einem einzigen Mann besiegt wurde – einem Barden, dessen Pfeile treffsicherer waren als die Winde des Schicksals selbst.

Das Ende

Die Karavane feiert Freddys Sieg über die Goblins.

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