Oh Mala-Luk
Manche Leute glauben, die gefährlichsten Gegner seien Drachen, Dämonen oder untote Könige.
Diese Leute haben noch nie das Essen einer Ork-Armee probiert.
Als Satmoths Heer vor Bothilds Folly lagerte, erwartete ich viele Dinge. Belagerungstürme. Katapulte. Blutige Schlachten. Was ich nicht erwartet hatte, war der Geruch.
Selbst heute fehlen mir die Worte, um zu beschreiben, was dort in den Kesseln gekocht wurde. Ich bin ziemlich sicher, dass einige der Zutaten ursprünglich essbar gewesen waren. Doch was die Orks daraus machten, hätte vermutlich selbst einen hungrigen Troll zum Fasten bewegt.
Also tat ich, was jeder verantwortungsbewusste Barde in dieser Situation tun würde:
Ich beleidigte ihren Koch.
Zu meiner Überraschung wurde ich nicht erschlagen. Stattdessen wurde ich eingeladen, es besser zu machen.
Und so verbrachte ich einen Teil einer Belagerung damit, Orks das Kochen beizubringen.
Wenn mir das jemand ein Jahr zuvor vorhergesagt hätte, hätte ich ihn ausgelacht.
Dieses Lied handelt natürlich von Eintöpfen, Gewürzen und einem Kaninchentopf, auf den ich bis heute ein wenig stolz bin. Aber eigentlich handelt es von etwas anderem.
Es handelt von Mala-Luk.
Von einer Ork-Feldherrin, die mutig genug war, einen Feind zu respektieren. Von einer Frau, die zuhören konnte. Und von der seltsamen Erkenntnis, dass man manchmal mehr über jemanden erfährt, wenn man gemeinsam kocht, als wenn man gegeneinander kämpft.
Manchmal beginnt Freundschaft mit einem Händedruck.
Manchmal mit einem guten Essen.
Und manchmal damit, dass man jemandem sagt, sein Koch gehöre entlassen.
[INTRO]
Vor Bothilds Mauern lag Satmoths Heer, die Töpfe waren voll, doch das Essen war schwer. Und Freddy der Mallard blickt’ über die Zinn’, da zog ihm ein schrecklicher Geruch in den Sinn.
[STROPHE 1]
Die Orks hatten Wild, hatten Gemüse und Speck. Doch was da in den Kesseln brodelte, trieb selbst die Mäuse weg. Freddy erschrak, ja er wurde ganz blass: „Bei allen Entenheiligen — was ist denn das?“
[STROPHE 2]
Da rief er hinunter: „He, Mala-Luk! Euer Koch gehört entlassen, und zwar auf einen Ruck!“ Die Orks wurden wütend, die Feldherrin lacht: „Dann zeig uns, Mallard, wie man es besser macht.“
[REFRAIN]
Oh Mala-Luk, oh Mala-Luk, du Herrin der schwarzen Schar. Zwischen Kesseln und Feuerlicht geschah was, das war wunderbar’.
Oh Mala-Luk, oh Mala-Luk, wer hätte jemals gedacht, dass mitten im Krieg ein Eintopf zwei Feinde zu Freunden macht.
[STROPHE 3]
Er lehrte sie Brühen, Gewürze und Soßen, ließ Zwiebeln in Butter langsam bräun’n. Die Orks probierten, und plötzlich wars still, als hätte die Zeit selbst vergessen, was sie will.
[STROPHE 4]
Ein Veteran weinte, ein Koch fiel fast um, ein anderer fragte: „Warum waren wir dumm?“ Und Mala-Luk nickte nach jedem Bissen bloß: „Freddy, dein Kaninchentopf ist famos.“
[REFRAIN]
Oh Mala-Luk, oh Mala-Luk, du Herrin der schwarzen Schar. Zwischen Kesseln und Feuerlicht geschah was, das war wunderbar’.
Oh Mala-Luk, oh Mala-Luk, wer hätte jemals gedacht, dass mitten im Krieg ein Eintopf zwei Feinde zu Freunden macht.
[ÜBERLEITUNG]
Dann kamen die Hörner, die Feuer im Schnee, die Reiter auf Steinhörnern hoch über der Höh’. Mala-Luk jagte sie Tage im Wind und fand nur zwei Narren, die schneller noch sind.
[STROPHE 5]
Sie stand auf dem Gipfel,
blickte ins Tal.
Dort lag Bothilds Folly
im letzten Abendstrahl.
Und irgendwo dort hinter Stein und Tor
klang noch das Lied eines Erpels hervor.
[STROPHE 6]
Sie gab ihm keine Freiheit, sie gab ihm kein Wort, doch drei Hundertschaften zogen plötzlich fort. Und als Freddy später durchs Geröllfeld entkam, wusste niemand, warum dort die Lücke entstand.
[FINALER REFRAIN]
Oh Mala-Luk, oh Mala-Luk, du Herrin der schwarzen Schar. Zwischen Kesseln und Feuerlicht geschah was, das war wunderbar’.
Oh Mala-Luk, oh Mala-Luk, der Krieg war noch lange nicht aus. Doch tief in deinem Herzen wolltest du den Erpel nach Haus’.
[AUSKLANG]
Spät in der Nacht saß Mala-Luk allein, die Nachricht kam endlich im Feuerschein. „Der Erpel ist entkommen, mit Valanor vereint.“
Da lächelte sie leise:
„Gut so. Wir sehen uns wieder, mein verrückter Freund.“