Lichtkralle und Donnerklaue
Manche Lieder handeln von Königen. Andere von Drachen, uralten Artefakten oder großen Schlachten. Dieses Lied handelt von etwas, das oft viel seltener ist: Vertrauen.
Als ich es geschrieben habe, musste ich immer wieder an den Augenblick auf dem Hügel denken, als wir die brennende Kutsche sahen. Dort standen zwei Fremde gegen eine Übermacht, die jeden vernünftigen Menschen zur Flucht bewegt hätte. Und doch wichen sie keinen Schritt zurück.
Was mich damals beeindruckte, war nicht ihre Stärke. Stärke habe ich in meinem Leben oft gesehen. Es war die Art, wie sie kämpften. Lichtkralle und Donnerklaue bewegten sich nicht wie zwei Krieger. Sie kämpften, als würden sie dieselbe Geschichte erzählen. Wenn einer angriff, wusste der andere bereits warum. Wenn einer in Gefahr geriet, war der andere schon dort, bevor Hilfe überhaupt nötig wurde. Manche Freundschaften brauchen Jahre, um zu wachsen. Bei diesen beiden hatte ich das Gefühl, als hätte das Schicksal die Arbeit längst erledigt.
Viele Zuhörer glauben, dieses Lied sei eine Geschichte über die Schlacht an der brennenden Kutsche. Für mich ist es etwas anderes. Es erzählt von der Nacht, in der zwei Fremde Teil unserer Gemeinschaft wurden. Von der Nacht, in der Leila Lichtkralle und Ulrik Donnerklaue ihre Namen erhielten und ihren Platz unter den Helden Valanors fanden.
Und wenn ich heute den Refrain spiele, sehe ich nicht die Assassinen, nicht das Feuer und nicht die gefallenen Feinde. Ich sehe eine Katze und einen Wolf, die Rücken an Rücken gegen die Dunkelheit stehen. Und ich denke daran, dass die größten Helden oft nicht durch ihre Siege unsterblich werden, sondern durch die Menschen, denen sie vertrauen.
[INTRO]
Zwei gegen hundert.
So beginnt diese Geschichte.
Nicht mit Königen. Nicht mit Drachen.
Sondern mit einer Katze und einem Wolf.
[STROPHE 1]
Die Nacht stand schwarz über den Hügeln, der Mond hing silbern überm Land. Eine Kutsche brannte lichterloh, wie ein Leuchtfeuer am Waldesrand.
Im Kreis darum die Assassinen, Klinge an Klinge, Mann an Mann. Doch mitten in den schwarzen Reihen standen zwei, die niemand bezwingen kann.
[STROPHE 2]
Die Katze schoss wie Sternensplitter, ihr Pfeil flog schnell und traf sein Ziel. Der Wolf schlug Breschen durch die Feinde, wo seine Axt fiel, wurde es still.
Der Rauch zog hoch zum Firmament, die Flammen warfen rotes Licht. Und jeder, der dort kämpfen sah, vergisst die beiden Helden nicht.
[REFRAIN]
Lichtkralle! Hell wie der Sternenschein!
Donnerklaue! Stark wie das Felsgestein!
Pfeil und Fang, Hand in Hand,
hielten stand im Feindesland!
Lichtkralle! / Donnerklaue! Sternenlicht! / Donnerschlag! Lichtkralle! / Donnerklaue! Helden dieser Feuernacht!
[STROPHE 3]
Die Feinde kamen immer näher, wie schwarze Wellen in der Nacht. Doch keiner brachte sie zu Fall, egal mit welcher Übermacht.
Wenn Donnerklaue Feinde band, traf Lichtkralle aus weiter Fern’. Und wenn Lichtkralle weichen musste, stand der Wolf vor ihr wie ein Berg.
[STROPHE 4]
Sie kämpften nicht als zwei Gestalten, sie kämpften wie ein Herz und Schlag. Als hätten Götter einst bedacht, was ihre Freundschaft möglich macht.
Der Boden bebte unter Stahl, die Nacht war voller Schlachtenklang. Doch über allem stand ihr Mut, so hell und stark wie Glockensang.
[REFRAIN]
Lichtkralle! Hell wie der Sternenschein!
Donnerklaue! Stark wie das Felsgestein!
Pfeil und Fang, Hand in Hand,
hielten stand im Feindesland!
Lichtkralle! / Donnerklaue! Sternenlicht! / Donnerschlag! Lichtkralle! / Donnerklaue! Helden dieser Feuernacht!
[ÜBERLEITUNG]
Da brach ein Pfeil.
Da fiel ein Mann.
Da blitzte Stahl im Feuer.
Da hob der Wolf die Axt empor und schlug sich durch die Meute.
Da zog die Katze ihren Bogen und traf den Hauptmann ins Gesicht.
Und plötzlich merkten selbst die Mörder:
Heute siegen sie hier nicht.
[REFRAIN]
Lichtkralle! Hell wie der Sternenschein!
Donnerklaue! Stark wie das Felsgestein!
Pfeil und Fang, Hand in Hand,
hielten stand im Feindesland!
Lichtkralle! / Donnerklaue! Sternenlicht! / Donnerschlag! Lichtkralle! / Donnerklaue! Helden dieser Feuernacht!
[AUSKLANG]
Als endlich über den Bergen der erste Morgenwind erwacht, lagen Feinde auf der Lichtung und Asche glomm in stiller Pracht.
Doch was geblieben ist bis heute, ist nicht die Schlacht, nicht Schwert, nicht Hohn. Es sind zwei Namen.
Lichtkralle. Donnerklaue.