Über die Brücke des Todes

Über die Brücke des Todes

Als ich „Über die Brücke des Todes“ schrieb, dachte ich nicht an den Troll. Nicht wirklich. Jeder erinnert sich an den Troll, an das Trinkspiel, an den Sturz in die Schlucht und an die Schatzkammer auf der anderen Seite. Aber für mich war das Lied immer etwas anderes.

Damals wussten wir, dass Satmoth uns dicht auf den Fersen war. Jeder verlorene Tag konnte bedeuten, dass ein weiteres Stück der Drachenkrone für immer in seine Klauen fiel. Wir waren erschöpft, gejagt und unterwegs zu einem Ort, den selbst Zwerge nur flüsternd erwähnten: Bothild’s Folly. Als wir vor der Brücke von Khar-Grimm standen, ging es nicht nur darum, einen Troll zu überwinden. Es ging darum, trotz Angst weiterzugehen.

Die Brücke wurde für mich zum Sinnbild unserer Reise. Hinter uns die Gefahren, die wir bereits überlebt hatten. Vor uns die Dunkelheit, von der niemand wusste, ob wir ihr jemals wieder entkommen würden. Und irgendwo dazwischen standen wir vier Gefährten und beschlossen, weiterzugehen.

Natürlich half es, dass der Troll eine Schwäche für Weinbrand hatte.

Wenn ihr das Lied hört, dann hört nicht nur die fröhlichen Refrains und das Gelächter. Hört auch das Tosen des Flusses unter den Steinen, den Wind über der Schlucht und das leise Wissen, dass Mut oft nichts anderes ist, als einen Schritt nach vorne zu machen, obwohl man die Tiefe unter sich sieht.

Und außerdem erinnert mich das Lied daran, dass jahrelange Trinkgelage an Königshöfen manchmal doch einen praktischen Nutzen haben können.

[INTRO]

Hört die Kunde, hört den Klang, von einer Reise wild und lang. Von Freddy Freudenreich, dem Erpel stolz und frei, und seinen Gefährten an seiner Seit'.

[STROPHE 1]

Im Goldenen Greifen lag noch Rauch in der Luft, neunundneunzig Assassinen fanden dort ihre Gruft. Doch zwischen Stahl und dunklem Blut fand der Wanderer etwas voller alter Glut. Runen älter als die Zeit, ein Geheimnis längst verschneit. Ein Drachenartefakt tief im Zwergenstein, und Freddy sprach: „Das muss unser Ziel nun sein.“

[VOR-REFRAIN]

Satmoths Schatten wuchs heran, kein Herzschlag durfte ihm verbleib’n. So ritten sie noch in derselben Nacht, um dem Schicksal zuvor zu sein.

[REFRAIN]

Über die Brücke des Todes! Über die Schlucht aus Stein! Über die Brücke des Todes! Kein Troll wird Sieger sein! Füllt die Krüge bis zum Rand, lasst sie kreisen Hand in Hand! Denn wenn der letzte Zecher fällt, steht Freddy noch und bestellt!

[STROPHE 1]

Der Finsterwald verschlang das Licht, tausend Stimmen flüsterten ihr Gesicht. Die Bäume atmeten im Nebelschein, doch keiner wagte umzukehren heim. Dann sahen sie Khar-Grimm vor sich steh’n, eine Brücke über Abgründe geh’n. Und am anderen Ende, gewaltig und breit, wartete ein Troll aus vergangener Zeit.

[VOR-REFRAIN]

Der Wanderer griff nach seinem Schwert, Alfina hatte den Zauber bereit. Milo duckte sich hinter den Wagen, doch Freddy trat nach vorn ohne Zagen.

[REFRAIN]

Über die Brücke des Todes! Über die Schlucht aus Stein! Über die Brücke des Todes! Kein Troll wird Sieger sein! Füllt die Krüge bis zum Rand, lasst sie kreisen Hand in Hand! Denn wenn der letzte Zecher fällt, steht Freddy noch und bestellt!

[STROPHE 3]

„Die Hälfte eurer Waren hier! Und alle Ochsen bleiben mir!“ So donnerte der Troll ins Tal, sein Gelächter klang wie Todesqual. Doch Freddy lächelte nur still: „Milo, bring den Brunsheimer, wenn du willst.“ Der Weinbrand floss in goldnem Licht, und der Troll erkannte seine Falle nicht.

[SPANNUNGSAUFBAU]

Ein Krug für Freddy, ein Krug für den Troll. Ein Krug für die Ehre, und beide tranken voll. Der Troll wurde schwer, seine Augen wurden klein. Doch Freddy stand da grinsend und schenkte weiter ein.

[ÜBERGANG]

Noch ein Krug! Noch ein Schluck! Noch ein Krug! Noch ein Schluck! Der Troll begann zu schwanken, die Brücke bebte laut. Da merkte er die Falle, und seine Wut brach aus. Er schlug nach Freddy nieder, doch der sprang leicht und frei. Über Arme, Schultern, Haare, als wär’s ein Tanz dabei. Der Troll verlor den Halt, sein Schicksal war besiegelt. Er stürzte in die Tiefe, vom Wildwasser verschlungen.

[REFRAIN]

Über die Brücke des Todes! Über die Schlucht aus Stein! Über die Brücke des Todes! Kein Troll wird Sieger sein! Füllt die Krüge bis zum Rand, lasst sie kreisen Hand in Hand! Denn wenn der letzte Zecher fällt, steht Freddy noch und bestellt!

[AUSKLANG]

Das Feuer brannte durch die Nacht, man lachte über jene Schlacht. Die Ochsen schliefen, die Wachen frei, und Freddy saß bei Krug Nummer drei.

[FINALER REFRAIN]

Über die Brücke des Todes! Über die Schlucht aus Stein! Über die Brücke des Todes! Kein Troll wird Sieger sein! Füllt die Krüge bis zum Rand, lasst sie kreisen Hand in Hand! Denn wenn der letzte Zecher fällt, steht Freddy noch und bestellt!

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